REISEZIELE

Gutshaus Neuensund

Heute kann man im Rohbau des Hauses, welches nach 1995 von allen Umbauten und Umnutzungen befreit wurde, jene Größe, Schönheit und Sinnhaftigkeit der Zimmerfolge und –ausrichtung wiedererkennen, wie sie einst einmal geplant wurde.

Durch seine Lage an einer über Jahrtausende hinweg wichtigen Handelsroute dürfte die Geschichte des Ortes Neuensund sehr viel älter sein als die erste Erwähnung der Kirche 1375.

Auf der Salz-und Heringsstraße – die übrigens auch heute noch erkennbar quer über den Guts-Hof verläuft – wurden solch wertvolle Güter wie Salz und Bernstein sowie alltägliche Gegenstände und Nahrungsmittel wie eben Fisch transportiert. Man hat in der Region Artefakte aus dem alten Ägypten und Rom gefunden sowie Siedlungen und Burgen slawischer Bauart.

Zudem soll es um 1300 herum zahlreiche Raubritter in der Gegend gegeben haben.

Die Geschichte des heute erkennbaren Gutes Neuensund begann ca. 1782 als Landrat Ernst III von Arnim Lützlow das vorhandene Gut kaufte. Jedoch erst nach dessen Tod begann sein Sohn ca. 1780 mit dem kompletten Neubau des Gutes inklusive Gutshaus, Stallungen, Scheunen, dem Verwalterhaus, Wohnhäusern und Landarbeiterhäusern.

Nach weiteren Landgewinnen wuchs das Gut mit zeitweise mehr als 600 Hektar und fast einem halben dutzend Nebengütern zum zweitgrößten Mecklenburgs heran.

Die Jahre nach dem Bau des Gutes waren entbehrungsreich. Napoleons Aufstieg begann und ging einher mit verheerenden Kriegszügen. Männer und Materialien wurden immer aus dem Gut abgezogen – viel blieb auf den Schlachtfeldern Europas. Und auch die Familie von Arnim beklagte 1817 den Tod eines Sohnes. Gefallen auf Seiten der Widersacher Napoleons in den Befreiungskriegen.

Die nächste Generation der von Arnims übernahm bald nach den Wirren der Kriege den Gutshof.

Hans Carl Friedrich von Arnim heiratete im Jahr 1840 Marie von Heyden.

Im Zuge der Hochzeit begannen umfangreiche Umbauarbeiten auf dem kompletten Gut. Vor allem das Gutshaus wurde nach der neuesten Mode aus- und umgebaut. Die Zimmeraufteilung und –nutzung blieb danach bis 1945 erhalten.

Ebenso entwarf Lenné 1840 auf den Grundlagen des bislang schon vorhandenen eher barock anmutenden Parks eine neue Landschaft im Stile englischer Parkanlagen.

Einige Jahrzehnte später suchten sich die von Arnims einen neuen Familienwohnsitz und nutzten fortan Neuensund als Sommerfrische. Bis 1945 änderten sich immer wieder Kleinigkeiten auf dem Hof, es wurde gearbeitet und der Arbeit wurde die Struktur wenn nötig angepasst. Aber alles in allem durchlebte das Gut bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges eine friedlichere Zeit als viele andere Regionen in Deutschland.

In der Kirche zu Neuensund hängen mehrere Bilder. Sie zeigen die Evangelisten zusammen mit jeweils einem Tier und einem Buch.

Die insgesamt vier Evangelisten werden durch vier geflügelte Symbole dargestellt, Matthäus durch einen Menschen, Lukas durch einen Stier, Markus durch einen Löwen und Johannes durch einen Adler.

Und sie alle tragen ein Buch als Symbol ihrer Botschaft. Wer ist hier also zu sehen?

Übrigens ist der Raum der Neuensunder Kirche der einzige Ort auf dem Gut, der noch original eingerichtet ist. Sehenswert!

Kontakt
Gut Neuensund
Neuensund
Strasburg (Uckermark)

Tel: 0151/51259291
info@gut-neuensund.de
https://gut-neuensund.de/
Feldsteinkirche des Mittelalters, die im Dreißigjährigen Krieg schwer beschädigt und wieder aufgebaut wurde. © Matthias Brückner, Neuensund

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