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Ein Besuch in Wolfshagen

Seit 2001 in der Gemeinde Uckerland aufgegangen stellt Wolfshagen mit seinem einmaligen Denkmalensemble ein Kulturdenkmal von besonderer nationaler Bedeutung dar.

Neugotische Kirche aus dem Jahr 1854

Die Entwicklung Wolfshagens begann im 13. Jh. 1652 erwarb Otto von Schwerin die Güter und erhob Wolfshagen zum Stammsitz.

Die meisten der 38 Wolfshagener Baudenkmale wurde ab 1830 durch den Grafen von Schwerin errichtet. In Wolfshagen befand sich ursprünglich eine Fachwerkkirche. Im Auftrag des preußischen Generals und Besitzer des Gutes, Graf Herrmann von Schwerin, wurde 1854 mit dem Bau einer neuen Kirche begonnen, finanziert durch die gräfliche Familie.

Die evangelische Landeskirche zu Preußen übernahm das Gebäude nicht, so dass nach dem Tod des Herrmann von Schwerin 1858 die Kirche im Familienbesitz blieb. Bei deren Enteignung nach dem 2. Weltkrieg ging das Gebäude in Volkseigentum über.

Heute ist die Gemeinde Uckerland Eigentümer und nutzt die Kirche als Standesamt und Konzertsaal (mit 80 Sitzplätzen). Direkt neben dem reich verzierten neugotischen Kirchenbau gliedert sich die Erbbegräbnisstätte derer von Schwerin an. Im Erbbegräbnis sind 6 Familienmitglieder bestattet.

Das Adelsgeschlecht hat Wolfshagen einst sein Antlitz gegeben, ein Ort der Geschichte atmet.

1832 ließ der Graf zur besonderen Dorfumgestaltung ein Fischerhaus im neugotischen Stil mit Feld- und Backsteinen errichten. Einen gleichen Baustil findet man auch an anderen Gebäuden des Ortes wieder ...

Blick zur Kirche vom Erbbegräbnis

Erbbegräbnis

Wolfhagener Kirche

Reich verzierter Eingangsgiebel

Verzierung am Eingangsportal zu Ehren des Reformers Calvin

Verzierung am Eingangsportal der Kirche zu Ehren des Reformers Luther

Erbbegräbnis

Blick in die Gruft des Erbbegräbnis

Fischerhaus aus dem Jahr 1832

Die mittelalterliche Anlage liegt auf einer künstlichen Anhöhe im Haussee an der historischen Grenze von Uckermark und Mecklenburg Strelitz. Noch vorhanden ist eine Ruine des Bergfried sowie Fundamentreste.

Um 1250 wurde mit der Errichtung der Burg begonnen, zu der Zeit saß die Familie von Blankenburg auf Wolfshagen. Als Erbauer wird die Familie von Raben genannt. Die Burg wurde im 30jährigen Krieg (1618/1648) zerstört. Heute ist die Burgruine in den ehem. Schlosspark, der in den 1830er Jahren von Peter Joseph Lenne in einen Landschaftspark umgestaltet wurde, einbezogen.

Man erreicht die Ruine über einen kurzen Fußmarsch vom Försterhaus über eine Brücke. Der Burghügel ist von einem 8m breiten Wassergraben umgeben. Die Anlage misst ca. 70 x 60 m, wobei 36 x 28 m bebaute Fläche sind. Um die Burganlage ist ein Rundweg mit in die Jahre gekommenen Bänken angelegt.

Der Blick über den Haussee zeigt die Wolfshagener Kirche und das Denkmal an die Befreiungskriege. Der in den etwa 30 ha grossen #lennepark eingebettete Haussee ist von einem ca. 2 km langen Rundweg umgeben.

Folgt man diesem von der Burgruine Richtung Dorf, gelangt man zur 60 m langen Fliesenbrücke. Über die Fliesenbrücke geht es vorbei am restaurierten Speicher der Gutsanlage.

Fundamentreste der Blankenburg

Blankenburg Wolfshagen Bergfried

Fliesenbrücke mit Speicher

Blick durch einen Rundbogen der Fliesenbrücke auf den Speicher

Blick über die Fliesenbrücke vom Gutshof auf den Haussee

Toreinfahrt zum Gutshof

Försterhaus

Blick vom Haussee zum Denkmal

Denkmal für die Befreiungskriege

„Dem König sei dank!“

Die Königssäule soll das einzige Denkmal in Deutschland sein, das den Stein-Hardenbergschen Reformen gewidmet ist.

Errichtet wurde die Königssäule 1834 von Hermann Graf v. Schwerin für König Friedrich Wilhelm III. v. Preußen. Anlaß für die großzügige Geste des Grafen gegenüber seinem Monarchen war dessen Unterstützung in einem seit 1738 andauernden Rechtsstreit um die Herrschaft Spantekow (bei Anklam) zwischen den Hohenzollern und den Schwerinern. Friedrich Wilhelm erreichte, daß 1833 die Besitzung Spantekow an die Grafen v. Schwerin rückübertragen wurde.

Neben dem Dank an den König erinnerte der Graf mit der Säule auch an die von ihm verehrten preußischen Reformer der Befreiungskriege gegen Napoleon, Reichsfreiherr vom und zum Stein und Fürst v. Hardenberg. Die Inschriften an der Säule erinnern an deren Werke, wie die Criminalordnung von 1805, die Aufhebung der Untertänigkeit von 1807, der Städteordnung von 1808, der Aufhebung der Zwangsrechte von 1810, dem Kulturedict von 1811, der Militärverfassung von 1814, dem Friedenstraktat mit Frankreich von 1814 und 1815 und der Gemeindeordnung von 1821.

Ausgeführt ist die Säule als 17 m hoher Obelisk mit Ziegelsteinkanten und hell verputzten Flächen. Geziert wird die Säule durch das Bleirelief der griechischen Göttin der Gerechtigkeit, Themis, sowie des griechischen Kriegsgottes Ares.

Das direkt vis-a-vis liegende Gasthaus „Zur Königssäule“ aus dem Jahr 1835 zeigt sich als elfachsiger Bau mit Krüppelwalmdach. Bei dem zeittypischen Backsteingebäude fällt insbesondere die feingliedrige Fassadengestaltung durch die Verwendung von Formsteinen, Bändern und ausgeprägten Gesimsen auf.

Der Gasthof hatte eine wichtige Rolle an einer Handelsroute und am Grenzübergang von Preußen nach Mecklenburg, als Ausspanne, Beherbergungsstätte, Schänke und Gaststube. Dem Landgasthof soll neues Leben eingehaucht werden. Allerlei Baugerät steht auf dem Hof. Ein Gelingen und baldiger gastronomischer Start wäre eine touristische Bereicherung für den malerischen Ort an der B 198.