Pavillon in Rattey

Wir laden Sie zu einem Kulturspaziergang inmitten der Weinberge in unserem idyllischen Dorf ein.

Herzlich willkommen in Rattey, Ortsteil der Gemeinde Schönbeck.

Wir laden Sie zu einem Kulturspaziergang inmitten der Weinberge in unserem idyllischen Dorf ein.

Drachenfreunde und Kulturverein Rattey e.V. in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverein Brohmer und Helpter Berge 

gefördert durch:

Kulturspaziergang Standort 1 „Am Pavillon“

Verehrte Besucher, Sie befinden sich am Ortsrand von Rattey, an der Gabelung zum
Dorf Cosa/Brohm in nördlicher Richtung und dem Ortsteil Charlottenhof
in östlicher Richtung.

Der Ortskern von Rattey befindet sich nur 200 Meter weiter südlich, an der Kreuzung
Schloß-Einfahrt, Alte Schmiede und dieser Straße.

Rattey wurde bereits 1298 urkundlich erwähnt. Erster Besitzer war die Familie
von Manteuffel, welche 1320 ein Gut errichtete – benannt als Rittergut Rattey.
Der Name Rattey rührt wohl von der ersten slawischen Besiedelung her,
wobei die Neusiedler oftmals den Namen ihrer Herkunftsdörfer (heute westliche
Ukraine) wieder benutzten. Wörtlich übersetzt bedeutet es „Ackerfurche“.

1690 verlieh Herzog August Adolf von Mecklenburg-Güstrow das Gut an Georg-Henning
von Oertzen. Die Inhaberschaft der Familie von Oertzen weilte bis 1945.

Zum Dorf gehört auch ein Vorwerk Charlottenhof. Den Namen erhielt der Ort 1836
durch Adolph Friedrich Carl von Oertzen, der damit seine Mutter Charlotte würdigte.
Es diente als Sitz des jeweiligen Pächters, des Försters und des Gutsverwalters.

Weiter süd-östlich befindet sich der kleinste Ortsteil Poggendorf mit nur 10 Anwesen.
Der Name steht für die häufige Anwesenheit von Fröschen im Teich.

In Rattey, Charlottenhof und Poggendorf leben heute rund 250 Menschen
in ca. 80 Häusern.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/schönbeck
Charlottenhof

Kulturspaziergang Standort 2 „Ehemalige Haltestelle der MPSB“

Die Mecklenburg-Pommersche Schmalspurbahn (MPSB)

Direkt hier an dieser Stelle befanden sich die Gleise der Eisenbahn.
Sie war ein über 250 km langes Schmalspurnetz mit einer Spurweite von 600 mm.
1892 ist die Aktiengesellschaft durch die öffentliche Hand und private Unternehmer
gegründet worden, vorrangig zur Beförderung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und
natürlich auch der Feldarbeiter.

Knotenpunkte waren Ferdinandshof, Große Wiesen, Anklam, sowie Schwichtenberg,
Friedland, Zinzow, Spantekow, und Jarmen. Dazu kamen zahlreiche Stichbahnen, die
hauptsächlich zur Erntezeit auch durch Pferdekraft betrieben wurden. Vor allem
Zuckerrüben, Getreide, Kartoffeln, Kohl und Gemüse wurden auf dem Schienenweg
transportiert. 1910 galt die MPSB als modernste Schmalspurbahn Deutschlands.

Bereits 1926 gab es eine direkte Verbindung zwischen Heinrichshöh bei Friedland bis nach
Brohm, Jatzke und Rattey und weiter bis nach Strasburg und Neustrelitz.

Nach Kriegsende 1945 wurde der Betrieb eingestellt und die Schienen zu Reparations-
zwecken abgebaut. Nur die Strecke Friedland – Anklam blieb verschont.

1969 endete die Ära der MPSB.

Ab 1999 bauten Eisenbahninteressierte die Teilstrecken zwischen Schwichtenberg, wo
sich heute Depot und Werkstatt befinden, und Uhlenhorst wieder auf. Sie passiert auch
die Station Findlingsgarten – einen touristischen Anziehungspunkt in unserer Region.
Schwichtenberg ist ein Freiland- und Technikmuseum. In der Saison zwischen Mai und
Oktober – sowie der Adventstage – fahren Züge für die Touristen und Einheimischen.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Mecklenburg-Pommersche_Schmalspurbahn
Die Mecklenburg-Pommersche Schmalspurbahn (MPSB)

Kulturspaziergang Standort 3 „Die Glasskulpturen und Glasbilder an der Alten Schmiede“

„Glas verändert das Sehen. Seine Farben und das darin gebrochene Licht schaffen eine neue Sichtweise. Die Transparenz des Glases macht eine andere Wirklichkeit sichtbar aber nicht fassbar. Das Spiel von Farben und Licht lockt die Phantasie.“

Susanne Brandt

Glas ist ein wunderbares Material. Dafür möchte ich Sie begeistern und lade Sie
in mein Atelier ein, direkt in den „Schmiedegarten“ Rattey, gegenüber dem Schloss.

In dem 2023 eröffneten Skulpturengarten stehen zur Zeit 60 Arbeiten von mir,
ergänzt mit Gedichten der uckermärkischen Heimatdichterin Erna Taege-Röhnisch, die ihr berufliches Leben der Bewahrung der niederdeutschen Sprache widmete.

In den kommenden Jahren werde ich weitere Glasobjekte hinzufügen, so dass
Einheimische und Touristen immer wieder was Neues entdecken können.
Für Freude der Norddeutschen Malerei bieten wir – Dr. Karsten Förster und ich, außerdem Führungen und Besichtigungen in der ebenfalls 2023 eröffneten GALERIE Nr. 14 an.

Weitere Infos: www.kotheglas.de

Kulturspaziergang Standort 4 „Die Rattey ́er Kirche“

Die evangelisch-lutherische Versöhnungskirche ist ein frühgotischer Feldsteinbau
und Ende des 13. Jahrhunderts errichtet.

Der hölzerne Turmaufsatz und das Dachwerk des Schiffes stammen aus dem 16.
Jahrhundert. Am Gebäude wurden im Laufe der Zeit weitere Sanierungs- und
Verschönerungsarbeiten durchgeführt, welche mehr und mehr in Backsteinbauweise
erfolgten.

Eine historische Besonderheit ist der noch recht gut erhaltene Schnitzaltar aus dem 16.
Jahrhundert. Im Schrein ist oben eine apokalyptische Madonna als Himmelskönigin mit
Engeln auf Strahlenhintergrund zu sehen. Die untere Gruppe bildet „Anna Selbdritt“,
einen harfespielenden König und einen Bischof. Reliefs in den Flügeln zeigen Szenen
aus der Weihnachtsgeschichte, 3 Heilige sowie im unteren Teil ein Gemälde mit den
fünf klugen und den fünf törichten Jungfrauen. Ein großes Glück, ja fast ein Wunder,
dass dieser wertvolle Altar noch vorhanden und in angemessen gutem Zustand ist.
Die schlichte Holzkanzel im Renaissancestil ist Anfang des 17. Jahrhunderts eingebaut
worden. Die Rückwand enthält ein Wappen als Bogenfüllung.

Die leider nicht mehr vorhandene Orgel war ein Werk von Carl-August Buchholz, welche
1836 mit 7 Registern auf einem Manual und Pedal errichtet wurde.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Versöhnungskirche_Rattey

Kulturspaziergang Standort 5 „Das Schloß Rattey mit Park“

Hans-Christoph von Oertzen errichtete in den Jahren 1802 bis 1806 an der Stelle vor
der kleinen Au einen 2-geschossigen Putzbau auf Feldsteinen im Souterrain und 80 cm
dicken Mauern über 2 Etagen. Als Architekt wurde ein gewisser Herr Rauch aus Berlin
benannt. Vermutungen, dass dieses Gebäude auf den Grundmauern eines früheren
Baukörpers erfolgte, haben sich nicht bestätigt.

Das alte 3-flügelige Gutshaus mit Ställen und Lagerhallen befand sich wohl hinter dem
heutigen „Alten Reitstall“; einem großen Gebäude aus gebrannten roten Ziegelsteinen
(Backstein) – erbaut um 1835. Mit der Gestaltung wurde der Neustrelitzer Architekt
Buttel beauftragt.

In den 1880 ́er Jahren wurde das Haus komplett saniert und mit einem großen
Dachgeschoß versehen.

Da das Gebäude auf einem nach Süden abschüssigen Gelände errichtet wurde,
entsteht der Eindruck eines 4-stöckigen Hauses; von der Parkeinfahrt aus sieht man
nur 3 Geschosse.

Die Architektur ist streng klassizistisch und es verfügt über 9 Achsen (Anzahl der
Fenster in einer Reihe), was für ein Guts- oder Herrenhaus schon recht großzügig ist.
Im Kellergeschoß wurden mehrere Räume mit einer aufwändig gemauerten Decke mit
Kreuzgewölbe ausgestattet. Wie seinerzeit üblich, befand sich auch die Küche dort.
Das Erdgeschoß diente den Arbeits-, Schul-, Speisen- und Repräsentationszwecken.
Das damalige Obergeschoß beherbergte die Privatgemächer.

Das Gutsbesitzer-Ehepaar Adolph von Oertzen und seine Gemahlin Bertha, geb. von
Pentz, erlangten große Ehrung und Anerkennung der Mecklenburgischen
Sozialgeschichte. Bertha war eine sehr fromme und geduldige Erzieherin und Lehrerin
des katholischen Glaubens. Adolph war der Gutsherr und kommandierte ca. 40
Landarbeiter*Innen. Alle, die in seinem Dienst standen, hatten lebenswerte Wohn- und
Dienstverhältnisse. Die Erträge aus Land-, Vieh- und Waldwirtschaft waren ansehnlich.
Das Ehepaar von Oertzen stiftete aus eigenen Mitteln ein Rettungshaus Bethanien als
Erziehungsanstalt für verwahrloste Knaben und später noch eines für Mädchen – das
Haus Bethlehem.

Ihnen zum Andenken wurde durch den Besitzer der Neuzeit, Herrn Dr. Förster, ein
Gedenk-Obelisk an der Stelle des Rettungshauses Bethlehem errichtet.
Es ist nicht eindeutig belegt, ob das Haus im Jahre 1944 an die Gemeinde verkauft
wurde, oder ob es 1945 zu einer Enteignung desselben kam, was wahrscheinlicher ist.
Nach dem Krieg zogen vorerst Flüchtlinge in das Haus ein, später wurde es auch als
Kindergarten, Post und als LPG-Küche mit Kantine genutzt.

Des Weiteren war es Bürgermeisterbüro und Gemeindeschwester-Praxis. Der heutige
Kaminsaal war stets der Gemeindetreff und Feierlichkeitsort mit Theke und Küche.
Eine besonders wichtige Funktion hatte die KONSUM – Verkaufsstelle.

Im Jahre 1996 erwarben 2 Bremer Unternehmer und Rechtsanwälte das Herrenhaus
und renovierten dieses im großen Stil und von Grund auf. Im Jahre 1999 konnte es als
zeitgemäßes, komfortables und mit vielen Antiquitäten ausgestattetes Hotel mit
Konferenz- und Ballsaal eröffnet werden.Im Jahre 2019 erwarb die Firma Inselmühle Usedom GmbH das Haus, renovierte es und wird künftig den Wein- und Obstbau deutlich erweitern und mit modernster Produktions- und Lagertechnik ausstatten. Zudem entsteht ein ganztägig geöffnetes Bistro, 28 weitere Hotelzimmer mit Balkon oder Terrasse und ggf. ein kleines Weinbau-
Museum.

Der damals schmale Fluss hinter dem Haus wurde im Laufe der Jahrhunderte verbreitert
und erhielt dadurch den Charakter eines Schloss-Teiches, von denen es mittlerweile 3
gibt. Östlich oberhalb den Schwanenteich mit Überlauf in den Schlossteich und als
südlichen Zulauf den Königsteich.

Die stetige sprudelnde Quelle befindet sich am Südhang der Brohmer Berge und das
Wasser fließt letztlich in den Galenbecker See weiter im Norden.
Der Park wurde permanent stilistisch dem jeweiligen Zeitgeschmack und den
Bedürfnissen angepasst bzw. verändert.

Die Anzahl von Eichen war dem Bedarf nach hochwertigem Bauholz geschuldet und
heute sind noch 13 Eichen mit einem geschätzten Alter von bis zu 700 Jahren
vorhanden.

Noch eine Anmerkung zum Begriff Schloss:
Die ostelbischen Herrenhäuser – auch die des niederen Adels – wurden im
Sprachgebrauch des 19. Jahrhunderts als „Schlösser“ bezeichnet.
Eine qualifizierte allgemein anerkannte Definition des „Schlosses“ gibt es nicht.

Quellen:

Kulturspaziergang Standort 6 „Der Weinbau in Rattey“

Überliefert ist, dass es bereits im späten Mittelalter Weinbau in den nördlichen Regionen
Europas gab. Verbrieft sind Weinlagen in Stettin, Schleswig-Holstein, Brandenburg und
in Burg Stargard. Letztere ist der „Geburtspate“ des Ratteyer Weins. Das Weinbaugebiet
zu Rattey gehört rechtlich gesehen zum – seit Jahrhunderten eingetragenen –
Weinanbaugebiet Stargarder Land.

In früherer Zeit war die Weinherstellung profan und es wurden im Regelfall nur ziemlich
saure und trübe Getränke erzeugt. Der tiefere Sinn war wohl eher die Ausbeute von
Alkohol als von einem Genussprodukt.

Am damaligen Gutshaus und dem späteren Herrenhaus waren auf der Südseite
Weinstöcke angepflanzt. Dies war der Impuls für die neuen Eigentümer des heutigen
Schloss Rattey den Weinbau wieder zu kultivieren.

Im April 1999 gründeten 7 Mitglieder einen Verein namens „Privatwinzer zu Rattey e.V.“
Dieser Verein erfreut sich seitdem großer Beliebtheit. Im Jahr 2020 betrug die
Mitgliederzahl rund 280 Personen.

Laut Satzung kann jedes Mitglied zwischen 6 und 60 Reben zeichnen und erhält dafür
pro Rebe ein Kontingent in Höhe eines halben Liter des produzierten Weins.
Die Vereinsmitglieder treffen sich regelmäßig zu ihren Stammtischen und größeren
Vereinsveranstaltungen im Vereinshaus „Schwarze Küche“ oder im Vereinskeller oder
im Kaminsaal des Schlossgebäudes.

Die Pflege der Rebstöcke und die Herstellung des Mecklenburger Landweins obliegt
den hauptamtlichen Winzern vor Ort. Bei der Pflege der Weingärten, bei der Lese der
Trauben und auch beim Keltern können die Vereinsmitglieder mit anpacken und helfen.
Derzeit sind in Rattey rund 35 ha Fläche mit verschieden Weinsorten bebaut.
Im Jahr 2021 beträgt die bereits „tragende“ Fläche rund 15 ha, was einem Resultat von
ca. 25 Tausend Litern entspricht.

Hauptrebsorten sind Solaris und Phönix als Weißwein sowie Regent als Rotweinsorte.

Quelle: https://www.privatwinzer.de
Bekannt wurde Rattey auch als nördlichstes Weinanbaugebiet Deutschlands.

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